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"Reform der Reform"

Prof. Seeßelberg mit den Studierenden
Prof. Seeßelberg mit den Studierenden

[22|04|2010]

Das Präsidium im Bologna-Gespräch mit Studierenden

Die Chronik des langwierigen Bologna-Prozesses ist schnell erzählt: Vom ehrgeizigen Ziel der Hochschulreform über die teilweise problematische Umsetzung bis hin zu den Studierenden-Protesten 2009.

Die Hochschule München war von den Protesten kaum betroffen. Die Studentenvertretung forderte jedoch eine Verbesserung der Studienbedingungen in Form eines Katalogs. Die Hochschulleitung setzt sich kritisch mit Bologna und diesen Forderungen auseinander. Angestrebt wird eine "Reform der Reform". Das Projekt hat das Ziel, bis Ende 2010 die Bedingungen für Studierende zu verbessern. Momentan befindet es sich in der Phase des Dialogs. Es werden Stimmen gehört und Ideen gesammelt.

Mitte April trafen sich Vizepräsident Christoph Seeßelberg, Leiter des Bologna-Projekts, zusammen mit Vizepräsidentin Gabriele Vierzigmann mit den Studierenden zu einem Gespräch über die Bologna-Thematik. Sie sprachen mit ihnen über deren Erfahrungen mit der Bologna-Reform und deren Erwartungen hinsichtlich der "Reform der Reform".

Trotz geringer Teilnehmerzahl seitens der Studierenden war die Diskussion lebendig. In vielen Punkten waren sich die Beteiligten einig, manches wurde kontrovers diskutiert. Insbesondere das akute Zeitproblem der Studierenden wurde lang besprochen. Tenor war, dass Anzahl der Prüfungen schlecht mit einem Job zur Studiumsfinanzierung zu vereinbaren ist. "Das Studium muss deshalb die reale Lebenssituation der Studierenden berücksichtigen", so Vizepräsidentin Gabriele Vierzigmann. Ebenfalls einig waren sich die TeilnehmerInnen in Bezug auf die verkürzte Zeit für die Abschlussarbeit. Diese gehe vor allem auf Kosten der Tiefe der Arbeit und sei negativ zu bewerten.

Abschließend äußerte sich Vizepräsident Seeßelberg optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung: "Mit Bachelor und Diplom ist es wie mit dem Euro und der D-Mark. Beide Umstellungen sind irreversibel. Deshalb ist es wichtig, dass man an der Umsetzung und Verbesserung arbeitet. Wir versuchen, diesen Prozess so integrativ wie möglich zu gestalten, um ein positives Ergebnis für alle erzielen."

sik