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Kamingespräch "Regenerative Energie"

Prof. Reisch (l.) und Martin Augustin während des Interviews
Prof. Reisch (l.) und Martin Augustin während des Interviews

[27|04|2011]

„Biogaseinspeisung in das Erdgasnetz – Herausforderungen bei der Umrüstung von Bestandsanlagen“

Mit einer Vortragsreihe zum Thema Regenerative Energie will Prof. Dr. Manfred Reisch von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, zur Meinungsbildung auf wissenschaftlicher Basis beitragen.

Der erste Vortragsabend am 10. Mai beschäftigt sich mit dem Thema Biomasse und Biogas. Das aus Biomasse gewonnene Biogas ist ein Energieträger, der gerade in Bayern das Zeug hat, zu einem Standbein der Energieversorgung zu werden. Biogas ist nicht nur unabhängig von Wind und Sonne, es kann auch problemlos gespeichert und transportiert werden.

Martin Augustin, Projektentwickler der Firma Landwärme, wird die Vortragsreihe eröffnen. Der Vortrag mit dem Schwerpunk Gaseinspeisung in das Erdgasnetz beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen, der Produktion, den Anforderungen an das Erdgasnetz, den verschiedenen Verfahren der Biogasaufbereitung und der Vorstellung verschiedener dualer Anlagenkonzepte. Im Anschluss an den Vortrag ist eine offene Diskussion geplant.

Wer: Alle Interessierten
Wann: 10. Mai, 18.00 Uhr
Wo: Lothstr. 64, Raum R0.100
Gastredner: Martin Augustin, Projektentwickler bei Landwärme

Als Einstieg in das Thema finden Sie hier ein Interview mit Prof. Dr. Reisch und Martin Augustin.

Christina Kaufmann (CK): Prof. Reisch, warum bieten Sie eine Vortragsreihe zum Thema regenerative Energien an der Hochschule München an?
Manfred Reisch (MR): Ich möchte Studierende, insbesondere Studierende höherer Semester, auf die Thematik hinweisen und dazu beitragen, dass sie sich eine eigene, mit ingenieurmäßigem Basiswissen fundierte Meinung bilden. Studierende sollen Argumente benutzen können, die sich nicht auf polemischem Boden, sondern auf naturwissenschaftlicher Basis bewegen. Gleichzeitig möchte ich den Kontakt zwischen Industrie und Studierenden herstellen.

CK: Bei dem Begriff Regenerative Energie denken viele spontan an Wind, Wasser, Sonne. Warum starten Sie mit dem Thema Biomasse?
MR: Über unser Labor für Biomasse ist der Kontakt zur Firma Landwärme entstanden und gerade wir in Bayern haben neben der Photovoltaik – Wind kann man in Bayern nicht wirklich als regenerative Energie bezeichnen – in der Biomasse ein großes Potenzial.

CK: Herr Augustin, was macht die Firma Landwärme?
Martin Augustin (MA): Landwärme ist ein kleiner Projektentwickler. Unser Kernbereich ist die Umrüstung von bestehenden Biogasanlagen: von der Verstromung vor Ort bis zur Einspeisung ins Erdgasnetz. Über die Jahre sind aber auch alle Randbereiche mitentwickelt worden – vom Biomethanvertrieb bis zum Coaching von Energieversorgern.

CK: Warum ist Stromerzeugung durch Biomasse interessant?
MR: Sie gibt Landwirten die Möglichkeit, aus Biomasse über das Fermentieren Gas zu erzeugen und damit entweder Blockheizkraftwerke zu betreiben oder das Biogas in das Erdgasnetz einzuspeisen.
MA: Das Besondere, im Vergleich zu allen anderen erneuerbaren Energien, ist die Grundlastfähigkeit. Biogas kann rund um die Uhr produziert werden. Es muss keine Sonne scheinen, kein Wind wehen, kein Fluss fließen. Biogas ist speicherbar. Wir haben in Europa eine Million Kilometer Erdgasnetz, das auch aktuell schon für Erdgas und Biogas als Energiespeicher fungiert. Biogas ist der, aus meiner Sicht, einzig sinnvolle erneuerbare Energieträger.

Auch für die Wärmebereitstellung kann Biogas genutzt werden. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach aus Strom Wärme zu machen ist, energetisch betrachtet, nicht so sinnvoll wie Wärme mit Biomethan bereit zu stellen.

CK: Ist das auch im Kleinen möglich?
MA: Bei der klassischen Biogasanlage ja. Gerade der deutsche Markt tendiert dazu, Kleinstanlagen anzubieten, zum Beispiel für den kleinen Milchviehbetrieb mit 100 Kühen. Für die Gaseinspeisung in das Erdgasnetz sind letztendlich aber große Anlagen notwendig.

Weitere Fragen können Sie Prof. Dr. Manfred Reisch und Martin Augustin persönlich stellen. Am 10. Mai im Anschluss an Martin Augustins Vortrag: „Biogaseinspeisung in das Erdgasnetz – Herausforderungen bei der Umrüstung von Bestandsanlagen“.

ck