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Forschung an der Hochschule München - Fachtagung 'Digitalisierte Werkstoffe und Produktion'

Der Beitrag von Prof. Dr. Rother
Der Beitrag von Prof. Dr. Rother

[11|12|2017]

Im Rahmen des Leichtbausymposiums fand am 06. Dezember 2017 in der Lothstraße 64 die Fachtagung 'Digitalisierte Werkstoffe und Produktion' statt.

 

Acht Professoren der Fakultäten Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Flugzeugtechnik, Betriebswirtschaft sowie Informatik und Mathematik der Hochschule München beschlossen, ihre Forschungsaktivitäten unter ein Dach zu stellen und präsentierten in ihren Vorträgen erstmals gemeinsam die aktuellen Forschungsergebnisse ihrer Teams.

 

Die knapp 100 geladenen Experten der Fachwelt wie auch interessierte Studierende folgten gespannt den Ausführungen und trugen zu fruchtbaren Diskussionen bei.

 

In ihrem Grußwort betonte die Vizepräsidentin der Hochschule München, Professorin Dr. Munz, die volkswirtschaftliche Relevanz des Themas und unterstrich dabei die Notwendigkeit anwendungsnaher Forschung auf diesem Gebiet an der Hochschule München.

Vizepräsidentin Professorin Dr. Munz
Vizepräsidentin Professorin Dr. Munz

 

Das Forschungsgebiet ‚Digitalisierte Werkstoffe und Produktion‘ spannt einen großen Bogen vom Werkstoff über die Produktion bis hin zum eigentlichen Produkt.

 

Die Zukunft – Digitalisierung und Industrie 4.0, um nur die geläufigsten Schlagworte zu nennen – liegt in der digitalen Beschreibung der Eigenschaften sowie des Verhaltens von Werkstoffen, Prozessen und Produkten. Die Verknüpfung der dadurch gewonnenen Daten ermöglicht völlig neue Ansätze, die bessere, nachhaltigere und individualisierte Produkte, Prozesse sowie Werkstoffe ermöglichen.

 

In seinem Schlusswort betonte Professor Christoph Maurer, Sprecher der acht beteiligten Professoren, dass man im Rahmen dieser Initiative fest entschlossen ist, auch in der Zukunft organisatorisch eng zu kooperieren und dieses Thema weiter positiv voranzutreiben.

 

Interessierte Zuhörer während der Vorträge
Interessierte Zuhörer während der Vorträge

Das Leichtbausymposium wird seit vielen Jahren gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr Neubiberg und der Technischen Universität München durchgeführt.

 

Heutzutage ‚reifen‘ moderne Hochleistungswerkstoffe in der Produktion. Durch Fertigungsprozesse werden Produkteigenschaften verändert. Dies wiederum hat ‚Rückwirkungen‘ auf die Funktionseigenschaften. Zukünftige Produktentwicklung auf hohem Niveau erfordert deshalb nicht nur, Produkte mit ihren Eigenschaften virtuell zu beschreiben und abzusichern, sondern insgesamt die komplexen Prozessketten vollständig digitalisiert abzubilden. Diese Prozessketten schließen auch das Betriebsverhalten beim Nutzer ein, was über die sogenannten digitalen Zwillinge der konkreten Realisierung in Hardware in der gesamten Betrachtung zunehmend einbezogen wird.

 

Digitalisierte Werkstoffe und Produktion erfordert die Anwendung unterschiedlicher Skalen – vom mikromechanischen Werkstoffmodell bis hin zur Makroskala der Produkte oder kompletter Anlagen. Werkstoffe ‚verstehen‘ fordert dabei effiziente und präzise Prognosemodelle für deren Beschreibung zu entwickeln und zu qualifizieren.

 

Rege Diskussionen auch während der Pausen
Rege Diskussionen auch während der Pausen

Die digitalisierte Entwicklung und Produktion eröffnet Zukunftschancen für den Technologiestandort Deutschland und damit erstklassige Perspektiven für die Studierenden und das wissenschaftliche Personal der Hochschule München. Der erkennbare gesellschaftliche Fokus der Politik auf Digitalisierung muss auch in der Lehre und Forschung angewandter Wissenschaften intensiviert werden und deutlich erkennbar sein.

 

Neben den Modellen zur Beschreibung von Werkstoff, Produkt und Produktionsprozessen erfordert dieses komplexe Gebiet auch die Einbeziehung der die Aufgaben durchführenden Menschen sowie angepasster Arbeitsweisen in der digitalisierten Entwicklung und Produktion.

 

Auch die Verarbeitung von großen Datenmengen und das Bilden von Rückschlüssen bzw. die Automatisierung von Teilprozessen mit modernsten Mitteln der Informationstechnologie ist in diese Forschung einzubeziehen. Durch diese Komplexität ist leicht erkennbar, dass solche Forschungsthemen in hohem Maße interdisziplinäre Kompetenzen erfordern.

 

Die Referenten v. l. n. r.: Tille, Brehm, Krafft, Schmidt, Horoschenkoff, Rother, Stoll und Maurer
Die Referenten v. l. n. r.: Tille, Brehm, Krafft, Schmidt, Horoschenkoff, Rother, Stoll und Maurer

Die gebotenen acht Beiträge der Professoren sind als Absichtserklärung eines Forscherverbunds mit Einbindung der dafür notwendigen Kompetenzen an der Hochschule München zu verstehen. Das Konsortium der acht Professoren hat dargelegt, dass man für diese Aufgabe Werkstoffmodelle und Prozesssimulation mit hoher Prognosequalität, effiziente Entwicklungsmethodik und dafür geeignete Workflows sowie modernste Methoden der Informationstechnologie im Schulterschluss benötigt und diese Forschungsgebiete simultan bearbeitet werden müssen.

 

Mit dieser Initiative sollen für die Studierenden und wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Hochschule München sehr aktuelle hochinteressante Arbeitsgebiete sowie berufliche Perspektiven aufgezeigt werden.

 

Professor Christoph Maurer / MK