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Beweis der Durchlässigkeit

Die frischgebackenen AbsolventInnen des Bachelors Unternehmensführung
Die frischgebackenen AbsolventInnen des Bachelors Unternehmensführung

[20|07|2015]

Ersten Absolventinnen und Absolventen des berufsbegleitenden Bachelors Unternehmensführung verabschiedet

„Wenn wir noch einen Beweis für die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems gebraucht hätten – hier haben wir ihn.“ Damit begrüßte Dr. Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern (HWK) die ersten AbsolventInnen des Bachelors Unternehmensführung . Sie haben nach drei Studienjahren ihren Abschluss in der Tasche.

 

Über 30 Studentinnen und Studenten strahlten bei der Übergabe ihrer Urkunden durch den Staatssekretär für Bildung und Kultus (zum Artikel des Kultusministeriums ), Wissenschaft und Kunst Georg Eisenreich, Hochschulpräsident Prof. Dr. Michael Kortstock und HWK-Präsident Georg Schlagbauer.

 

Die HandwerksmeisterInnen, von der Schneiderin oder Goldschmiedin über den IT-Techniker, Metzger und die Braumeisterin bis zum KFZ-Mechatroniker und Metallbauer, hatten sich zum Wintersemester 2012/13 für den Pilotstudiengang Unternehmensführung eingeschrieben. In enger Zusammenarbeit zwischen HM und Handwerkskammer war an der Fakultät für Betriebswirtschaft ein Studiengang entwickelt worden, der sich ganz speziell an den Bedürfnissen von Meisterinnen sowie BetriebswirtInnen (HWK und HWO) orientiert.

 

HWK-Präsident Georg Schlagbauer, Staatssekretär Georg Eisenreich und HM-Präsident Prof. Dr. Michael Kortstock überreichten die Urkunden
HWK-Präsident Georg Schlagbauer, Staatssekretär Georg Eisenreich und HM-Präsident Prof. Dr. Michael Kortstock überreichten die Urkunden

 

Die „Wirtschaftsmacht von nebenan“

Der Präsident der HWK für München und Oberbayern, Georg Schlagbauer, freute sich mit den erfolgreichen Alumni. Aber er mahnte auch: „Tausende Betriebe stehen in den nächsten Jahren zur Übernahme an. Bleiben Sie dem Handwerk treu, damit das Handwerk ‚die Wirtschaftsmacht von nebenan‘ bleibt.“

 

Präsident Kortstock betonte, dass die Hochschule München eine Hochschule des sozialen Aufstiegs sei und für Durchlässigkeit stehe. Das gelinge sehr erfolgreich, wie der Abend zeige. Zur Öffnung der Hochschulen gehörten aber auch Angebote für spezielle Zielgruppen wie Nicht-AbiturientInnen. Dies werde im Projekt OHO (Offene Hochschule Oberbayern), das maßgeblich an der Entwicklung des Studiengangs beteiligt gewesen sei, erforscht und umgesetzt.

 

Bestärkt wurde er in diesen Ausführungen durch Staatsekretär Georg Eisenreich, der sowohl die gestiegene Durchlässigkeit des Bildungssystems lobte als auch den Wert der beruflichen Bildung, der auch in Zeiten der Wirtschaftskrise eine extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit wie in anderen europäischen Ländern verhindert habe.

 

Prof. Dr. Claudia Eckstaller, Karolina Engenhorst, Katrin Budick (HWK) und Prof. Dr. Ingrid Huber-Jahn
Prof. Dr. Claudia Eckstaller, Karolina Engenhorst, Katrin Budick (HWK) und Prof. Dr. Ingrid Huber-Jahn

 

Von Müttern und Vätern

Die AbsolventInnen versäumten es nicht, sich bei zahlreichen Akteurinnen und Akteuren zu bedanken. Allen voran bei den „Müttern“ des Studiengangs, den Professorinnen Dr. Claudia Eckstaller und Dr. Ingrid Huber-Jahn, bei der „Kindergärtnerin“ der ersten Stunde, der Studiengangsbetreuerin Karolina Engenhorst, beim „Vater“, dem ehemaligen Dekan Prof. Dr. Jürgen Regier sowie beim Ehrenpräsidenten der HWK und langjährigen Vorkämpfer für das Thema Durchlässigkeit, Heinrich Traublinger.

 

Beim „get together“ nach der feierlichen Zertifikatsverleihung berichteten die AbsolventInnen in zahlreichen Gesprächen, was ihnen die Weiterbildung gebracht habe: u. a. eine effizientere Unternehmensführung im eigenen Betrieb, eine neue Position im alten oder in einem neuen Unternehmen, Erweiterung auch der persönlichen Fähigkeiten oder ein höheres Gehalt. Und die Bachelorarbeit der Studentin Carolin Amersdorffer, die eine Wirkungsanalyse des neuen Studiengangs durchgeführt hat, ergab eine Zufriedenheit der Studierenden von 93 %. Mehr kann man nicht verlangen.

 

Christina Kaufmann