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Neue Honorarprofessorin an der Fakultät für Betriebswirtschaft

Dr. Angelika Niebler
Dr. Angelika Niebler

[03|08|2016]

Die Fakultät für Betriebswirtschaft annonciert die Ernennung von Frau Dr. Angelika Niebler zur Honorarprofessorin an der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Hochschule München. Nach über 12 Jahren wurde diese besondere Auszeichnung durch die Fakultät für Betriebswirtschaft wieder vergeben. Am 29. Juni 2016 beschloss der Senat der Hochschule die Berufung von Frau Dr. Niebler, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, für das Berufungsgebiet "Wirtschaftsrecht". Damit folgte der Senat einem Vorschlag der Fakultät für Betriebswirtschaft, der in seiner Sitzung am 16. Dezember 2015 eine solche Auslobung einer Honorarprofessur beschlossen hat.

 

Der Vorsitzende dieses Berufungsverfahrens, Prof. Dr. Wolfgang Habelt, würdigte in den Gremien die herausragende fachliche, pädagogische und persönliche Eignung von Frau Dr. Niebler, die seit 2008 im heutigen Master of Science in Betriebswirtschaft / Business Innovation and Management Consulting als Lehrbeauftragte aktiv ist. Der Vorsitzende des Berufungsverfahrens dankt in diesem Verfahren besonders dem Studiendekan, Prof. Dr. Markus Wessler, für seine Stellungnahme zur Lehre, sowie den beiden externen Gutachten, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Hermann, Präsident der Technischen Universität München, und Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender der Konrad Adenauer Stiftung und ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments, für deren Stellungnahmen bzw. Gutachten. Besonderer Dank gilt dem Senatsvorsitzenden, Prof. Dr. Günther Dierolf, sowie dem Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, Prof. Dr. Holger Günzel, die beide die Auslobung dieser Honorarprofessur wesentlich mit unterstützt haben. Den Mitgliedern des Fakultätsrates und des Senats ist für deren Unterstützung zu danken.

 

Im Rahmen des Lehrgebietes "Wirtschaftsrecht" fokussiert Frau Dr. jur. Angelika Niebler vorrangig das Rechtsgebiet der „Intellectual / Industrial Property Rights (IPR)“, also das "geistige Eigentum". Sie "übersetzt" die aktuellen gesetzlichen (auch europäischen) Initiativen und die bestehenden rechtlichen Vorgaben im Bereich des IPR für die Lehre bzw. für die Bedeutung des IPR auf Unternehmen: Neue Geschäftsideen sowie neue Forschungsprojekte bzw. -ergebnisse in Unternehmen müssen geschützt werden (Urheberrechte, Rechte an Gebrauchs- oder Geschmacksmustern, Patentrechte, Sortenschutzrechte): „Protect your business ideas! If you have a great, innovative idea, which you hope will transform your business, you should consider protecting it as your intellectual / industrial property before announcing it to the world! Great ideas are only of value if you can legally claim them as your own. Intellectual / industrial property consists of products, work or processes that you have created and which give you a competitive advantage“ (European Union). Mit dieser Thematik erweitert Frau Dr. Niebler – über die Grundlagen des Wirtschaftsprivatrechts / Arbeitsrechts im Bachelor an der Fakultät für Betriebswirtschaft hinaus – das Thema des Wirtschaftsrechts um eine zentrale Rechtsmaterie, die für Gesellschaften in digitaler Transformation und Unternehmen, die in „Open Innovation-Economies“ agieren, noch wichtiger werden.

 

Frau Dr. Niebler ist seit 1999 Mitglied (Abgeordnete) des Europäischen Parlaments. Seit diesem Zeitpunkt ist sie Mitglied des gewichtigen Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie (von 2007 – 2009 auch dessen Vorsitzende) und von 2009 – 1014 Vorsitzende der Delegation des Europäischen Parlaments für die Beziehungen zur arabischen Halbinsel. Sie betätigt sich in verschiedenen Beiräten in Unternehmen und öffentlichen Institutionen, u.a. als Mitglied des Fernsehrates des Zweiten Deutschen Fernsehens sowie als Mitglied des Senats des Max-Planck-Instituts zur Förderung der Wissenschaften. 2011 wurde sie mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

 

Dr. Angelika Niebler legte die erste und zweite juristische Staatsprüfung an der Ludwig-Maximilian Universität München ab. Im Rahmen ihrer Promotion an der Juristischen Fakultät der Ludwig-Maximilians Universität München zum Thema „Der Einsatz einer Expertensystemshell im Gesetzgebungsverfahren – dargestellt am Beispiel des ProdHaftG“ erhielt sie den Grad eines Doktors der Rechte mit der Note „summa cum laude“. Im Mai 1996 wird sie entsprechend einer Bestätigung des Oberlandesgerichts Münchens als Rechtsanwältin beim Oberlandesgericht München zugelassen. In der Praxis ist sie seit 1986 als Rechtsanwältin in verschiedenen Sozietäten tätig (1991 – 1997 bei Hogan Novells, 1997 – 2004 bei Breiten Burkhardt, 2004 – 2015 bei Bird & Bird und seit 2015 bei Gibson Dunn & Crutcher LLP): Themen des gewerblichen Rechtsschutzes und des Wettbewerbsrechts stehen im Mittelpunkt der langjährigen Rechtsanwalts-Tätigkeit. Ihre juristischen Kenntnisse hat sie auch in ihre Arbeitstätigkeit (seit 1999) als Abgeordnete des Europäischen Parlaments (Verfahren zur Entwicklung von Verordnungen, Normen, Gesetzgebungen) eingebracht.

 

Mit ihrem Erfahrungshintergrund hat sie die für die Lehrtätigkeit so wichtige Expertise, juristische Kenntnisse in wirtschafts- und unternehmensrelevante Felder einzubringen: Den Masterstudierenden an der Fakultät für Betriebswirtschaft konnte sie bereits in der Vergangenheit wichtige Entwicklungen im europäischen Wirtschaftsgeschehen und deren Auswirkungen auf Unternehmen näher und mit hoher fachlicher Kompetenz (da am Entscheidungsprozess beteiligt oder diesem nahe stehend) darlegen: Bereits in der vergangenen über 8-jährigen Tätigkeit als Lehrbeauftragte an der Fakultät ist es Frau Dr. Niebler gelungen die Masterstudierenden für Ihre Fachthemen zu gewinnen. Besonders gewürdigt wird, dass sie die Masterstudierenden zu einer Fortsetzung des Seminars am Campus Pasing stets nach Brüssel, ins Europäische Parlament, eingeladen hat: Damit konnten bisher ca. 200 Masterstudierende in einer dreitägigen Exkursion (teilweise in englischer Sprache) an Workshops mit anderen Abgeordneten des Europäischen Parlaments, mit Vertretern / Lobbyisten aus Unternehmen (wie Bosch, Google, BMW, Philipp Morris, Vodafone), mit Journalisten des ZDF und der ARD, mit Vertretern der EU-Kommission (z.B. Thema Digitale Agenda) teilnehmen. Diese Workshops wurden exklusiv für die Masterstudierenden der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Hochschule München realisiert. Damit wurde den Masterstudierenden zugleich die Struktur des „Politikprozesses“ und die Funktionsweise der „Politikberatung“ verdeutlicht. Auch zukünftig wird Frau Dr. Niebler dem Thema der Entwicklung von Innovationen und deren Auswirkungen auf Unternehmen im Master of Science (u.a. Studiengang: Business Innovation and Management Consulting) verbunden sein.

 

Frau Dr. Niebler hat sich über Jahre hinweg für die Belange der Hochschule München besonders stark gemacht (u.a. im Bereich der Internationalisierung) und konkrete Projektinitiativen unterstützt bzw. initiiert. Sie wird auch zukünftig die Entwicklung und das Ansehen der Hochschule München mit fördern.

 

Das Präsidium der Hochschule München, vertreten durch den Präsidenten, Prof. Dr. Michael Kortstock, sowie die Professoren und Mitarbeiter der Fakultät für Betriebswirtschaft begrüßen Frau Prof. Dr. Angelika Niebler in ihrem neuen Wirkungsfeld.

 

Prof. Dr. W. Habelt (Fakultät für BWL), Präsident der Hochschule München Prof. Dr. M. Kortstock, Prof. Dr. Angelika Niebler, Prof. Dr. G. Dierolf und Prof. Dr. H. Günzel (Dekan der Fakultät für BWL) (v.l.n.r.)
Prof. Dr. W. Habelt (Fakultät für BWL), Präsident der Hochschule München Prof. Dr. M. Kortstock, Prof. Dr. Angelika Niebler, Prof. Dr. G. Dierolf und Prof. Dr. H. Günzel (Dekan der Fakultät für BWL) (v.l.n.r.)

 

Am 01. August 2016 hat der Präsident der Hochschule München Frau Dr. Angelika Niebler an der Hochschule München die Ernennungsurkunde zur Honorarprofessorin überreicht. An dieser Zeremonie nahmen der Vorsitzende des Senats der Hochschule München, Prof. Dr. Günther Dierolf, der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft, Prof. Dr. Holger Günzel, und der Vorsitzende des Berufungsverfahrens, Prof. Dr. Wolfgang Habelt, teil.